14.08.2017 12:14 Uhr

RomABC - Quo Vadis Alphabetisierung?

Von: Tim Henning

Die Strategische Partnerschaft „RomABC goes Europe!“, die seit zwei Jahren von Kontakte für Europa e.V., JugendStil e.V. und dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. in Deutschland umgesetzt wird, veranstaltete am 09.08.2017 als Projektabschluss ein europäisches Colloquium unter dem Titel „Quo Vadis Alphabetisierung?“ in Plauen.

 

Isabelle Jahn (Kontakte für Europa) und Ronald Schönknecht (JugendStil) eröffnen das Colloquim

 

Ziel des Projekts ist es, die Schriftsprachkompetenzen  der in Europa lebenden Roma zu verbessern. Roma sind die größte ethnische Minderheit in Europa. Die rund 12 Millionen Roma in Europa werden häufig strukturell benachteiligt und sind Diskriminierungen ausgesetzt. Dies führt unter anderem dazu, dass der Anteil der (funktionalen) Analphabeten unter ihnen, wesentlich höher ist als in der Gesamtbevölkerung des jeweiligen Herkunftslandes.

 

In dem, durch das europäische Bildungsprogramm Erasmus+  geförderten, Projekt “RomABC goes Europe!“, wurden deshalb gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Rumänien, Ungarn und Portugal
 
1. Ein Curriculum zur Erhöhung des Literalitätsgrades von Roma


2. Qualitätsstandards zur Anwendung in Alphabetisierungsmaßnahmen für Roma


3. Ein Koordinierungskonzept zum Aufbau und der Etablierung lokaler Netzwerke für die Grundbilderung der Roma


4. Unterlagen für Multplikatorenschulungen


entwickelt und erprobt.
 
Das im Projekt erarbeitete Curriculum wird vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. für die Alphabetisierungsarbeit mit erwachsenen Roma in Deutschland  empfohlen.

 

Internationale Delegation der Roma am ALFA-Mobil

 

Ein Credo des Projekts ist, dass Vertreter der Roma bei der Entwicklung und Erprobung stets mit einbezogen werden. Es wird also nicht über die, sondern mit der Zielgruppe gearbeitet. Dies merkte man auch dem Colloquium in Plauen deutlich an. Vertreter der Roma aus den Partnerländern und aus Deutschland kamen zusammen und konnten trotz sprachlicher Barrieren einen konstruktiven Arbeitsprozess mitgestalten.

 

Gemeinsames Arbeiten im Workshop

 

Ellen Abraham, Projektverantwortliche für den BVAG, präsentierte den etwa 60 internationalen Teilnehmenden die Bestrebungen innerhalb der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland als Best-Practice-Beispiel im Kampf gegen den (funktionalen) Analphabetismus und für die Erweiterung von Grundbildungskompetenzen.

 

Ellen Abraham (BVAG) am Rednerpult

 

Zum 01.09.2017 geht das Projekt in die nächste Runde. Unter dem Titel „RomaABC -  the next dimension“ werden die Projektoutputs u.a. in weitere europäische Länder getragen und inhaltlich um weitere Grundbildungsthemen erweitert.