Am 14. und 15. Mai 2009 war das Alfa-Mobil, angemietet von der Volkshochschule Schwetzingen, an drei Standorten im baden-württembergischen Schwetzingen unterwegs. Finanzielle und ideelle Unterstützung erfuhr die Aktion vom Zonta Club Schwetzingen, einem internationalen Verein von Frauen, der sich weltweit für verbesserte Lebens- und Bildungsbedingungen von Frauen und Mädchen einsetzt.
Hauptzielsetzung der zweitägigen Tour durch Schwetzingen war es, deutschsprachige funktionale Analphabeten für neue Kurse an der Volkshochschule zu gewinnen, an der bislang nur Alphabetisierungskurse für Migranten angeboten wurden. Mit dem neuen Kursangebot in der Alphabetisierung sollen vor allem finanziell schlecht gestellte Betroffene angesprochen werden, denen durch Zuschüsse der Stadt, aber auch durch Unterstützung des Zonta Clubs eine niedrige Kostenbeteiligung von einem Euro pro Unterrichtsstunde gewährleistet wird.
Die Veranstaltungen an drei unterschiedlichen Standorten in der Stadt sollten verschiedene Zielgruppen ansprechen. So war das Alfa-Mobil am Donnerstagvormittag vor der Arbeitsagentur anzutreffen. Dort zeigte sich besonders die Information und Sensibilisierung der Angestellten der Arbeitsagentur für die Themen „funktionaler Analphabetismus“ und „Alphabetisierung“ als sehr erfolgreich. So konnte ein wichtiges Netzwerk zwischen der VHS und der Arbeitsagentur, deren Mitarbeiter künftig als Multiplikatoren fungieren sollen, geknüpft werden.
Auf dem Schlossplatz und in der Fußgängerzone vor der Volkshochschule, sollte am Donnerstagnachmittag und freitags primär die breite Öffentlichkeit angesprochen und auf das Thema Analphabetismus aufmerksam gemacht werden. Tatkräftige Unterstützung fand die Aktion zum einen durch das Engagement des Zonta Clubs, dessen Mitglieder mit einem Bücherflohmarkt zum Stöbern anregten und Kinder mit Luftballons beschenkte sowie einer Trommlergruppe, die für Wirbel und Aufmerksamkeit sorgte und Passanten sowie auch die Schwetzinger Polizei aus der Reserve zu locken vermochte.
In Schwetzingen ging´s nicht nur um die Alphabetisierung von Erwachsenen. Auch Kinder wurden mit Lese- und Schreibspielen wie hier beim ABC-Golf herausgefordert.
Trotz schlechten Wetters war vor allem der Freitagmittag ein gelungener Aktionstag. Viele Kinder beteiligten sich an den interaktiven Spielangeboten und Erwachsene und Jugendliche erhielten Informationsbroschüren und ließen sich zum Teil interessiert auf ausgedehntere Gespräche ein. Eine besondere Idee der Volkshochschule war es außerdem, zu diesem Anlass Kursgutscheine an Betroffene zu verteilen. Auf diese Weise konnten bereits während der Aktion mehrere Interessierte an die VHS vermittelt werden. Insgesamt ist die Öffentlichkeitsaktion von den Einwohnern Schwetzingens sehr gut angenommen und durch die lokale Presse gut publik gemacht worden, was sich an den vier umfassenden Zeitungsberichten sowie einzelnen Radio- und TV-Beiträgen zeigte.
Leicht geschafft von drei Aktionen aber hochzufrieden mit den erzielten Erfolgen für die Öffentlichkeitsarbeit. Simone Sehring, Gundula Sprenger, Angela Bräunig, Tim Tjettmers (v.l.n.r.)
Als „besonders erfolgreich“ empfand Svenja Milski, Mitarbeiterin des Alfa-Mobil-Teams, die direkte Kontaktvermittlung zwischen Betroffen und der Volkshochschule, deren Fachbereichsleiterin für Integration und Grundbildung Kety Hinze an den Aktionstagen beteiligt und direkt ansprechbar war. „Sehr erfreulich war auch, dass sich einige Betroffene direkt an uns wendeten und mit den Kursgutscheinen animiert wurden, den ersten Schritt zum Alpha-Kurs zu wagen. Und die Rückmeldung war durchaus positiv, so dass sich bisher bereits sechs Personen anmeldeten und der erste Alphakurs in Schwetzingen bald starten wird!“Simone Sehring vom Bundesverband Alphabetisierung bilanzierte zufrieden „Das war eine runde Mischung aus Information, Unterhaltung und Spiel. Hier wurde im wahrsten Sinne einiges für die Alphabetisierung zusammengetrommelt. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Wochen über das Alfa-Telefon noch weitere Betroffene aus Schwetzingen für den neuen Kurs gewinnen können!“