Mit Poetry-Slam, Gesprächen mit ehemaligen funktionalen Analphabeten und einer Autorenlesung von Jerome Arn D’Jeffey war der dritte Tag der Frankfurter Buchmesse eine runde Sache.
Der Poetry-Slamer Alex Dreppec hatte diesmal ein ganz besonderes Bonbon im Gepäck. Sein Text „Deine Wörter“ fasste die Bedeutung vom Lesen und Schreiben in äußerst feinen Reimen zusammen. Inspiriert durch die Geschichte von Thorsten Böhler, ein ehemaliger Betroffener, kamen sprachgewaltige Verse zustande: „Die Wörter sind nicht Gegner, sie sind Schlitten, sie sind Gleise, sie sind Schiffe, Flügel, Schienen, sind gedruckte Ausdruckweise“.
„Sie vermehren sich mit jedem Blick und springen vom Papier hinein
in deinen Kopf. Wenn du sie liest gehören sie dir.“ Alex Dreppecs Hommage an die Wörter
Für Thorsten Böhler von der Selbsthilfegruppe Ludwigshafen waren Wörter lange Zeit „Gegner“ und machten ihm das Leben schwer. Er erzählte aus seinem Alltag, in dem er tagtäglich mit Buchstaben kämpfte. Dennoch gewann er die Motivation, einen Lese-und Schreibkurs zu besuchen. Heute sind Buchstaben für ihn keine Stolperfalle mehr. Stattdessen trägt er das Thema selbstbewusst in die Öffentlichkeit und macht anderen Mut.
Mit elegantem Jute-Tütchen steckt Thorsten Böhler alle in die Tasche.
Auch der junge Buchautor Jerome Arn D‘Jeffey war zu Gast auf der LitCam-live! –Bühne und schilderte seine Erfahrungen aus einem Leben ohne Schrift. Durch seine Legasthenie hat er Probleme beim Lesen und Schreiben, was ihn dennoch nicht daran gehindert hat, dieses Problem offensiv anzugehen und selbst ein Buch zu schreiben. In einer bewegenden Lesung gab er eine Auswahl seiner eigenen Texte zum Besten.
Zuschauer lauschen gebannt der Lesung von Jerome Arn D‘Jeffey.
„Locker leichte Lesungen, lebendiges Programm, auf der LitCam-live!–Bühne war gesorgt für viel Tam-Tam“ fasste Thomas Maruschke vom Projekt a³ den ereignisreichen Tag in knackigen Worten zusammen.