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18.10.2009 13:23 Uhr

Fulminantes Finale in Frankfurt

 

„Über vier Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben.“ Als dieser traurig-berühmt gewordene Satz auf der LitCam-live!-Bühne fiel, blieben auch heute beim Finale der Frankfurter Buchmesse wieder zahlreiche Besucher stehen und verfolgten das Programm des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Beim ABC-golf´n´goal traute sich vor allem die jüngere Generation, ihr Sprachgeschick auf die Probe zu stellen. Frederik (17) gewann mit der gekonnt zur Frage umgewandelten Alliteration „Packt Peter Plätzchen?“ als Hauptpreis eines der über 250 von Jokers, dem Spezialisten für Restauflagen und Sonderausgaben, gesponserten Bücher. „Ich finde euer Engagement auf der Buchmesse total klasse!“ lobte er die Präsenz des Verbands.

Der glückliche Gewinner mit Agnes Jaworski bei der Preisübergabe.

Der Auftritt der Poetry-Slammer Daniel Keiser und Tillmann Döring war aus dem Programm schon nicht mehr wegzudenken. Ebenso standen auch am Sonntag wieder die Perspektiven von Betroffenen im Mittelpunkt. Der schwierige Alltag in einer Welt ohne Buchstaben ist für Jerome Arn d’Jeffey und Tim-Thilo Fellmer zwar mittlerweile Vergangenheit, doch schilderten auch sie erneut in eindringlichen Worten ihre Wege „vom Analphabeten zum Buchautor“. Ausführliche Informationen über Tim-Thilo Fellmer sendete vor allem die ARD. Hier finden Sie einen Bericht über den Autor und die LitCam. Einen kurzen Beitrag im Nachtjournal finden Sie hier.

Zwei weitere Wortjongleure gab es außerdem zu bewundern: Agnes Jaworski und Jan-Peter Kalisch ließen ihrer Kreativität in der Lesung „Wie lesen wir?“ freien Lauf. Sie zeigten den zahlreichen beeindruckten Zuschauern wissenschaftliche, emotionale, skurrile und persönliche Perspektiven auf das Lesen.

Wie lesen wir? – Agnes Jaworski und Jan-Peter Kalisch erklären wie‘s läuft


Jan-Peter Kalisch
präsentierte dem Publikum unter dem Motto „Zwischen YouTube und Jamba ist noch ein Plätzchen frei!“ am letzten Tag der Messe zudem das Projekt „iCHANCE“. Er erläuterte die unkonventionellen neuen Wege, junge Erwachsene für Lernangebote in der Alphabetisierung zu begeistern. Das Konzept von „iCHANCE“ überzeugte, denn hier werden Jugendliche durch attraktive Medien-Formate (Musik, Internet, Handy etc.) zur Teilnahme in der Grundbildung motiviert.

Andreas Brinkmann (l.) und Jan-Peter Kalisch während der anschließenden Diskussion.


Projektleiter Andreas Brinkmann zieht die Wochenbilanz: „Bereichernde Gespräche, wahnsinnig nette Gastgeber und ein treues Publikum lassen uns das Schlafdefizit bald vergessen! Wir bedanken uns bei der Buchmesse, dass wir so eine riesige Plattform für die Alphabetisierung nutzen durften.“

 

Einen zusammenfassenden Artikel über die Präsenz des Bundesverbands am Eröffnungstag der Buchmesse finden Sie hier

(AJ, TM, AB, FG, StS)