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30.08.07 16:18 Uhr

Halbzeit bei der Weltalphabetisierungs-Dekade

 

In Deutschland gibt es schätzungsweise vier Millionen funktionale Analphabeten. Daran erinnern Verbände anlässlich des Weltalphabetisierungstages in der Bundespressekonferenz Berlin, der weltweit am 8. September begangen wird. Vor fünf Jahren hat sich ein Aktionsbündnis gebildet, das die Ziele der Weltalphabetisierungs-Dekade (2003-2012) in Deutschland umsetzen will. Zur Halbzeit der Dekade wird nun in Berlin Bilanz gezogen.

Spätestens seit der PISA-Studie ist bekannt, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern einen erheblichen Nachholbedarf bei der Grundbildung hat. Jedes Jahr verlassen 80.000 Jugendliche die Schulen ohne Hauptschulabschluss. Viele von ihnen verfügen nicht über die Mindestqualifikationen, um eine Berufsausbildung erfolgreich zu absolvieren. Insbesondere unzureichende Kenntnisse im Lesen und Schreiben reduzieren die Chancen am Arbeitsmarkt. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. ist von vier Millionen funktionalen Analphabeten auszugehen. „Dabei handelt es sich um Erwachsene, die trotz Erfüllung der Schulpflicht nur so gut lesen und schreiben können wie Kinder in der ersten oder zweiten Klasse“, so Peter Hubertus, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Doch in Deutschland tut sich was: In der Frühförderung von Kindern und in der Grundschule wurden nach dem PISA-Schock zahlreiche Initiativen ergriffen, um möglichst allen Kindern ausreichende Bildungschancen zu ermöglichen. Demnächst werden verschiedene Projekte für eine verbesserte Grundbildung von Erwachsenen ihre Arbeit aufnehmen: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert in den nächsten Jahren zahlreiche Forschungsvorhaben zur Alphabetisierung und Grundbildung mit insgesamt 30 Millionen Euro. So werden u.a. Projekte durchgeführt, die die Chancen für Erwachsene mit geringer Grundbildung am Arbeitsmarkt erhöhen. „Projekte sind gut, Forschung ist erforderlich, aber wir brauchen mehr bezahlbare Kurse“, fordert der Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. Dafür seien jedoch die Bundesländer zuständig.

Die zentrale Veranstaltung zum Weltalphabetisierungstag wird am 7. September vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. und dem Deutschen Volkshochschul-Verband e.V. in Berlin durchgeführt. Unter dem Motto „Fünf Jahre Weltalphabetisierungsdekade – Eine Bilanz“ diskutieren Staatssekretär Andreas Storm MdB, Bundesministerium für Bildung und Forschung; Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB, Vorsitzender des Deutschen Volkshochschul-Verbandes; Maren Elfert, UNESCO-Institut für lebenslanges Lernen; Norbert Hocke, Vorstand der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft; Dr. Jens Korfkamp, Vorstand Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung, und Prof. Dr. Ekkehard Nuissl von Rein, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung.

 

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden neue Inhalte des Lernportals www.ich-will-lernen.de des Projektes Zweite Chance Online (www.zweite-chance-online.de) vorgestellt, das mit Förderung des BMBF vom Deutschen Volkshochschul-Verband entwickelt wird. Die neuen „Botschafter für Alphabetisierung 2007“ werden während der Veranstaltung ausgezeichnet.

 

Weitere Informationen

Zum Programmablauf

 

Zum Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

 

PORTAL ZWEITE CHANCE ONLINE / Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.

 

Ansprechpartner

Peter Hubertus, Geschäftsführer Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Tel.: +49 (0)251 / 534 69 – 40

bundesverband@alphabetisierung.de

 

Gundula Frieling, Stellvertretende Direktorin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes

Tel.: +49 (0)228 / 97 569-21

info@zweite-chance-online.de

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