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1.09.2009 14:37 Uhr

Weltalphabetisierungstag am 8. September 2009 in Berlin: Grundbildung in Deutschland sichern

 

Millionen Menschen weltweit können nicht lesen und schreiben. Daran erinnert die UNESCO jedes Jahr am 8. September. Für viele Entwicklungsländer ist dies bekannt. Doch womit keiner rechnet: Analphabetismus ist auch ein Problem in Deutschland.

 

"Nach unseren Schätzungen leben hierzulande vier Millionen funktionale Analphabeten, die trotz Erfüllung der Schulpflicht nur so gut lesen und schreiben können wie Kinder in der ersten oder zweiten Klasse", so Peter Hubertus, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung.

 

Die Folgen des funktionalen Analphabetismus für Betroffene sind gravierend. Aus Scham verheimlichen sie ihr Problem und nehmen viel zu selten Lernangebote wahr. Wer heute die Schule verlässt, ohne über ausreichende Lese- und Schreibfähigkeiten zu verfügen, hat aber fast keine Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ebenso ungünstig sind die Beschäftigungsmöglichkeiten für gering qualifizierte Erwachsene, die kaum lesen, schreiben und rechnen können. Viele sind arbeitslos. Erwerbstätige mit Grundbildungsdefiziten müssen sich zumeist mit einfachen und schlecht bezahlten Tätigkeiten abfinden.

 

"Der Standortvorteil durch qualifizierte Fachkräfte, den Deutschland im internationalen Wettbewerb behaupten muss, lässt sich nur aufrechterhalten, wenn es dem Schulsystem gelingt, alle Schüler so zu fördern, dass sie mindestens mit der Ausbildungsreife die Schule verlassen. Und nur mit der Sicherung von Grundbildung lässt sich die Entstehung von funktionalem Analphabetismus langfristig verhindern", betont Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September 2009 in Berlin.

 

Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln beteiligen sich zusammen mit der Universität Bielefeld und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Regionalbüro Darmstadt, an dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt "Chancen erarbeiten". Dieses Verbundvorhaben hat unter anderem das Ziel, Handlungs- und Bildungskompetenzen funktionaler Analphabeten zu ermitteln, Grundbildungsanforderungen aus betrieblicher Sicht an Schulabsolventen wie auch an berufstätige Erwachsene zu bestimmen. Ebenso sollen arbeitsplatzbezogene Fördermaßnahmen entwickelt werden, um die beruflichen Integrationsmöglichkeiten von Geringqualifizierten mit mangelnden Lese- und Schreibfähigkeiten zu verbessern. Die Finanzierung dieses Projektes wie auch von weiteren 26 Forschungsverbünden erfolgt über das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Kontakt:

Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Peter Hubertus, Geschäftsführer

Fon: +49 (0)2 51.49 09 96-0

 

Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Helmut E. Klein, Projektleiter Alphabetisierung und Grundbildung

Fon: +49 (0)2 21.49 81-7 69

 

Hinweis:

Zentrale Veranstaltung zum Weltalphabetisierungstag Alphabetisierung und Grundbildung im Kontext von Wirtschaft und Arbeit

Veranstalter: UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen, Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V., Deutscher Volkshochschul-Verband 8. September 2009, ab 13 Uhr Hôtel Concorde Berlin, Augsburger Straße 41, 10789 Berlin

Kontakt: UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen, alphabund@unesco.org, Frau Silvie Boyd, alphabund@unesco.org, Fon: +49 (0)40.448041-838