"Das G muss weg" - Ein Dokumentarfilm über den Alltag von funktionalen Analphabeten

Erstmals gewährt ein Film-Projekt Einblick in das Leben dreier Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Bei dieser Langzeitdokumentation ließen sich drei Kursteilnehmer des Alphabetisierungsprogramms der VHS Düsseldorf ein Jahr mit der Kamera begleiten: Steffi (27) bei dem Versuch, alleine eine Flugreise anzutreten, Nicole (24) bei dem großen Ereignis, ein Gedicht auf der Weihnachtsfeier vorzulesen und Mondo (25) bei seinem ersten Einkauf mit einem Einkaufszettel.

"In einem Jahr haben alle drei ihre ganz persönlichen Fortschritte beim Schreiben und Lesen erzielt - und auch in ihrem Leben. Analphabetismus stellt die Betroffenen vor Herausforderungen, die den meisten Zuschauern fremd sein werden", so die Regisseurin Renate Günther-Greene, "Selbstverständlichkeiten können zu fast unüberwindbaren Hindernissen werden. Eine Urlaubsreise zum Beispiel ist Furcht einflößend, wenn man am Flughafen die Ansagetafeln nicht lesen kann".

Alle drei haben klare Ziele, die sie zum Kursbesuch bewegen: Steffi, die in ihrer Freizeit Gedichte schreibt, möchte selbstständiger werden. Nicole, die probeweise auf eigenen Wunsch in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, will einen besseren Arbeitsplatz. Mondo möchte seinem Sohn, der im Laufe des Jahres in die Schule kommt, ein Vorbild und eine Hilfe bei den Hausaufgaben sein.

"Diese erste Langzeitbeobachtung zu einem weitgehend tabuisierten Thema zeigt, wie viel Veränderung in einem Jahr möglich ist und dass eine Menge Mut und Wille dazu gehört, sich dieser Veränderung zu stellen", so die Regisseurin, die sich seit sieben Jahren mit dem Thema Alphabetisierung beschäftigt. Rainer Hartmann (VHS Düsseldorf), der das Projekt fachlich beraten hat, ergänzt: "Wir haben im Alphabetisierungsprogramm der VHS Düsseldorf zwar 100 Teilnehmer, aber lediglich drei waren zu einer Mitarbeit im Projekt bereit. Ihnen gebührt unser ganzer Respekt! Sie werden vielen anderen Betroffenen sehr viel Mut machen".

Das Projekt brachte nun einen außerordentlich einfühlsamen Dokumentarfilm hervor, der sich in besonderer Weise für den Einsatz in verschiedenen Unterrichtsfächern an Schulen sowie in der Eltern- und Familienbildungsarbeit eignet. Der Beitrag im Rahmen der Weltalphabetisierungsdekade der Vereinten Nationen wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Weitere Informationen:
Agentur Kulturprojektor | Daniel Karg
Tel.: (0 51 32) 8 57 99 07
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