Eur–alpha

Die Entwicklung der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit sowie der Grundbildung von Erwachsenen ist ein wesentlicher Bestandteil des Aufbaus einer Europäischen Wissensgesellschaft.

Es ist von grundlegender Wichtigkeit, dass Erwachsenen der Zugang zum Erwerb einer qualitativ hohen Lese -, Schreib- und Rechenfähigkeit, die ihre Bedürfnisse berücksichtigt

und auf ihrer aktiven Teilhabe basiert, in der Nähe ihres Wohnortes ermöglicht wird.

Mit dem Begriff der Lese -, Schreib - und Rechenfähigkeit (literacy) ist der Erwerb solchen Grundwissens gemeint, das für die Entwicklung aktiver Bürgerbeteiligung durch Erwachsene notwendig ist, die nicht ausreichend  lesen und schreiben können, auch nach mehrjährigem Schulbesuch.  Es betrifft also Erwachsene, die unfähig sind, einen einfachen Text zu verstehen, dessen Inhalt mit ihrem täglichen Leben zu tun hat.

 

In Eur-alpha haben sich unter der Koordination von Lire et Ecrire, Belgien, Organisationen aus 12 Ländern zu einem europäischen Netzwerk zusammengefunden, um den Austausch zwischen Praktikern, Lernenden, Lehrenden, Forschern und politischen Entscheidungsträgern zu unterstützen und die Qualität des Praxisfeldes in Europa zu fördern.

 

Projektziele:

 

-  Förderung und Entwicklung der Meinungsäußerung und Teilhabe der Lernenden  (empowerment)

-  Verbesserung der Unterrichtsmethoden, die die Handlungsfähigkeit und Teilhabe der Lernenden ermöglichen

-  Erfassen, Analyse und Verbreitung von Best Practice Beispielen, wie didaktisch-methodische Ansätze, Anspracheformen, nationale Strategien und Aktionen

-  Anregung zu Forschungsvorhaben

 

Die Aufgaben werden von drei Gremien bearbeitet:

 

-  Das Konsortium verantwortet die Organisation und Entwicklung des Netzwerks.

-  Das wissenschaftliche Komitee der Lernenden fördert die aktive Mitwirkung der Lernenden.

-  Das wissenschaftliche Komitee der Lehrenden befasst sich mit der Qualifizierung der Lehrenden.

 

Die Gremien treffen sich zu mehrtägigen Konferenzen (2009 Brüssel, 2010 Paris und Thessaloniki, 2011 Lissabon, 2012 Brüssel). Ergänzend dazu gibt es Grundtvig Workshops für Lernende (2010 Namur, Belgien; 2011 Barcelona) und für Lehrende (2010 Belfast; 2011 Macon, Frankreich; 2012 Istanbul). Im Rahmen der Workshops und der Konferenzen entwickelten die Vertreter der Komitees ein politisches Manifest der Lernenden und eine Charta der Lehrenden.  

 

Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung ist Partner im wissenschaftlichen Komitee der Lernenden mit Vertretern aus verschiedenen Selbsthilfegruppen. Während zahlreicher Veranstaltungen (Fachtagungen, Workshops, Aktionen und Treffen) in Deutschland wurden politische Forderungen der Lernenden aus Deutschland gesammelt und in ein Manifest eingebracht. Bereits 2011 wurde eine erste Liste mit Forderungen für den Nationalen Grundbildungspakt an das BMBF übergeben.    

 

"Lerner-Manifest":

 

Im Projekt Eur-alpha wurde von Lernenden ein Manifest erstellt, in dem Einschätzungen und Forderungen formuliert sind. Den Text finden Sie hier.

 

Die Projektlaufzeit war von Oktober 2009 bis September 2012.

Die Abschlussveranstaltung fand am 4. September 2012 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn statt.

 

Weitere Informationen unter: www.eur-alpha.eu