Lernpartnerschaft SOMEBA

Die Entwicklungen von "Social Media" während der letzten Jahre hatten einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft. Nicht nur die Wirtschaft ist davon betroffen (Enterprise 2.0, Social Media Marketing etc.), auch individuelle tägliche Routinen und die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, haben sich durch den Einfluss von "Social Media" wie Facebook und YouTube verändert.
Diese enorme Veränderung bringt viele Möglichkeiten und Chancen mit sich – sie vergrößert aber auch die digitale und soziale Kluft zwischen den Menschen, die "online", und denen, die "offline" sind. Speziell sozial benachteiligte Menschen mit Grundbildungsdefiziten werden mehr und mehr ausgeschlossen – und wenn sie "drin" sind, übersehen sie leichter die Fallstricke des digitalen Lebens.
Die Entwicklung hin zu einer "Social Media"-Gesellschaft bringt deshalb eine große Herausforderung für Bildung und Erziehung mit sich. In welchem Maß kann das Bildungssystem garantieren, dass Menschen "Social Media" effektiv, ohne persönliches Risiko und zum Wohle der gesamten Gesellschaft nutzen? – diese Frage zu beantworten wird die Hauptaufgabe sein.
Es wird entscheidend sein, passende Programme bereitzustellen für sozial benachteiligte Lernende, für Menschen mit Grundbildungsdefiziten - und für jene, die sie unterstützen, wie Lehrkräfte und Institutionen der Erwachsenenbildung.

Handlungsbedarf besteht in Bezug auf die folgenden Punkte:

1. "Social Media"-Kompetenz / "Social Media"-Literalität
Mittels "Social Media" passend und effektiv zu kommunizieren, wird eine der zentralen Basisfähigkeiten der zukünftigen modernen Gesellschaft sein. Dies ist ein wichtiges Lernfeld für die Erwachsenenbildung, das zwei Aspekte fokussiert: Welche Kompetenzen werden gebraucht und welche Methoden und Didaktiken sind auf einem niederschwelligen Level möglich? Wie können "Social Media"-Kompetenzen positiv entwickelt werden, ohne Lernende zu bevormunden, in dem man ständig auf die damit verbundenen Gefahren hinweist?

2. Die Chancen für Organisationen durch die Nutzung von "Social Media"
Es gibt bisher wenig Austausch und Diskussion in der Erwachsenenbildung für sozial benachteiligte Lernende darüber, wie "Social Media" genutzt werden können, um Strategien für Bildungsmarketing zu entwickeln. Mit Lernenden zu kommunizieren, neue Lernende zu werben oder Communities von Lernenden zu schaffen sind mögliche Anwendungsfelder. 

3. "Social Media" und "mobile communication"-Anwendungen als Werkzeuge in der Basisbildung
Neue Technologien haben immer auch einen Motivations-Gesichtspunkt und scheinen deshalb prädestiniert zu sein, um als Werkzeuge im Unterricht zu dienen. "Social Media" sind einfach zu benutzen, bieten Anlass für schriftliche Kommunikation und können gemeinsam genutzt werden.
"Social Media" im Unterricht anzuwenden, bietet einen Anreiz zum Lernen und hilft, die digitale Kluft zu schließen. Im Feld der Basisbildung müssen didaktische Konzepte und Methoden noch entwickelt werden, und Lehrkräfte müssen auf den neuesten Stand kommen, um in der Lage zu sein, Lernende einzubeziehen.

Fruchtbarer Austausch und produktive Diskussion können nur gewährleistet werden, wenn alle relevanten Gruppen beteiligt sind. Dies bedeutet die Einbeziehung von Lehrkräften, "Social Media"-ExpertInnen, Lernenden, pädagogischen Fachleuten, lokalen und nationalen Netzwerkpartnern und Zuständigen für die Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen zur Basisbildung.

Mit der Lernpartnerschaft verfolgen wir die folgenden Ziele:
- Austausch von Know-how und Expertise hinsichtlich der Implementierung von "Social Media" in der Erwachsenenbildung für sozial benachteiligte Lernende
- Identifizierung von Optionen für den Einsatz von "Social Media" auf dem Gebiet des Bildungsmarketings für sozial benachteiligte Lernende 
- Austausch über Finanzierung von Programmen für sozial benachteiligte Lernende / Zusammenarbeit mit Herstellern von "mobile equipment" (Hard- und Software) und Präsentation von Untersuchungsergebnissen
- Initiierung von Austausch zu "Social Media" außerhalb von SOMEBA von ExpertInnen (Management, Projektentwicklung, Unterricht, Lernende) auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene
- Diskussion der Bedürfnisse von Lernenden in Bezug auf "Social Media" 
- Förderung der europäischen Vernetzung von Lernenden und Institutionen

Laufzeit: 08/2011 bis 07/2013

 

Partner:

 

EB Zürich, Kantonale Berufsschule für Weiterbildung
Zürich, Schweiz
www.eb-zuerich.ch


inspire - Verein für Bildung und Management
Graz, Österreich
www.inspire-thinking.at


Tekkeköy ?lçe Milli E?itim Müdürlü?ü
Samsun, Türkei
http://tekkekoy.meb.gov.tr


Ud'Anet New Enterprise Technology
Torrevecchia Teatina, Italien
www.udanet.it

 

Am 24.11.2011 veranstalteten das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und die Nationale Agentur Bildung für Europa eine Fachtagung unter dem Titel "Europäische Kooperationen im Bereich 'Alphabetisierung und Grundbildung'. Praxisbeispiele und Perspektiven zukünftiger Zusammenarbeit im EU-Programm GRUNDTVIG". Auch die Lernpartnerschaft SOMEBA wird über das Programm GRUNDTVIG gefördert.

Europa macht mobil – Europa bekommt ein Gesicht. Über das EU-Bildungsprogramm GRUNDTVIG unterstützt die Europäische Kommission Bildungs- und Lernangebote in Europa mit dem Ziel, die allgemeine Erwachsenenbildung in Europa voran zu bringen. Es ermöglicht die europäische Zusammenarbeit, Begegnungen und den Austausch von Menschen.
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Mitteilung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.