Workshop "Botschafter für das Lesen und Schreiben"
Vom 27. Februar bis 05. März 2011 hatte der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung Gäste aus verschiedenen europäischen Ländern zum Workshop "Botschafter für das Lesen und Schreiben" nach Münster eingeladen. Neben Deutschland waren Österreich, Dänemark, Luxemburg und die Niederlande beteiligt. Der einwöchige Workshop wurde über das europäische GRUNDTVIG- Programm für lebenslanges Lernen und mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.
Die Gäste waren größtenteils Erwachsene mit Lese- und Schreibproblemen. Zentrale Aussage des Workshops war, dass funktionale Analphabeten eine Botschaft haben, dass sie in Europa nicht alleine sind und über ihre individuellen Stärken eigene Handlungsmöglichkeiten (weiter-) entwickeln. Die Workshop-TeilnehmerInnen tauschten sich über ihre Erfahrungen beim Lesen- und Schreibenlernen aus. Sie erfuhren, welche Präsenz das Thema jeweils in der Öffentlichkeit der einzelnen Länder erfährt und welche Initiativen es gibt. Außerdem berieten sie sich, wie man anderen Betroffenen Mut machen und sie motivieren kann, ebenfalls einen Lese- und Schreibkurs zu besuchen.
Das Projekt iCHANCE des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung stellte seine Bildungsbotschaften für junge Menschen sowie die Kampagne zur Bildungswerbung vor. Die Workshop-Teilnehmer – als Experten in eigener Sache – diskutierten die Projektergebnisse. Weiterhin wurden unter dem Stichwort „Lerner werben Lerner“ Möglichkeiten vorgestellt, wie sich (ehemals) Betroffene im Rahmen von Veranstaltungen oder als Ansprechpartner für die Medien einbringen können. Dazu konnten vor allem Teilnehmer der Selbsthilfegruppe Ludwigshafen beitragen. Der Aufbau von Selbsthilfestrukturen wurde dabei als besonders wichtig erachtet.
Wie Lerner ihre „Botschaften“ über eine selbst organisierte Lernerzeitung selbst formulieren und verbreiten, erfuhren die Workshop-TeilnehmerInnen beim Besuch der Redaktion der ABC-Zeitung an der Volkshochschule Oldenburg. Zum ABC-Projekt hier. In der Ausgabe vom 15. April berichtete die ABC-Zeitung über das internationale Botschafter-Treffen.
Ein Besuch bei der Nordwest Zeitung in Oldenburg gab einen Einblick in die Arbeitsabläufe einer professionell gemachten Zeitung. Die NWZ berichtete in einem Beitrag über die Veranstaltung. Zum Presseartikel der NWZ hier.
Auch in Münster standen Medienaktivitäten auf dem Programm, die von den TeilnehmerInnen zum größten Teil selbst organisiert worden waren. So wurden etwa Interviews für die Reihe "Pisa Plus" beim Deutschlandfunk zur Sendung "Schwerpunktthema: Analphabetismus in Deutschland" am 05.03.2011 verwendet: Zum Beitrag.
Auch ein Fernsehbeitrag bei wm.tv berichtete in einer Sendung am 4. März.
Zum Abschluss des Workshops führten die Teilnehmer eine öffentlichkeitswirksame Aktion in der Münsteraner Innenstadt durch: Einige von ihnen lasen Passagen aus einem Text, den ein Lerner über seine Schulzeit verfasst hatte, andere diskutierten mit den Passanten. Dazu wurde ebenfalls in der Münsteraner Presse berichtet. Zum Beitrag.
Im Alfa-Forum, der einzigen deutschsprachigen Fachzeitschrift für Alphabetisierung und Grundbildung, erschien in der Frühjahrsausgabe ein Beitrag zu dieser Aktion. Den Beitrag finden Sie hier.
Eine Präsentation u.a. zu diesem Workshop "Botschafter für das Lesen und Schreiben" von Peter Hubertus im Workshop "Lernerzentrierte Projekte" als pdf finden Sie hier.
Europa macht mobil – Europa bekommt ein Gesicht. Über das EU-Bildungsprogramm GRUNDTVIG unterstützt die Europäische Kommission Bildungs- und Lernangebote in Europa mit dem Ziel, die allgemeine Erwachsenenbildung in Europa voran zu bringen. Es ermöglicht die europäische Zusammenarbeit, Begegnungen und den Austausch von Menschen.
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Mitteilung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.